Warum Legmon?

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Gleiche Chancen für alle?

“Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.” Diese Redewendung hat jeder schon einmal gehört. Kein Wunder – schließlich ist sie die beste Metapher für unsere meritokratische Gesellschaft, die gleiche Chancen für alle verspricht – sei es die Chance auf Bildung, ein hohes Einkommen oder die Gesundheit. Unabhängig der eigenen Startbedingungen, der sozialen Herkunft oder der finanziellen Mittel, ist es jedem Menschen möglich, eine gute Position in der Gesellschaft zu erreichen und ein glückliches Leben zu führen, wenn man sich nur genug anstrengt. So zumindest die Theorie – doch es gibt ein Problem.

 

Der soziale Aufzug ist kaputt!

Sozialer Aufstieg in Deutschland bleibt die Ausnahme1. Gerade in Deutschland ist die Korrelation zwischen der sozialen Herkunft und dem erreichten Bildungsabschluss im europäischen Vergleich erschreckend hoch2. Man könnte auch sagen, die Redewendung “Jeder ist seines Glückes Schmied” steht in einem starken Spannungsverhältnis zu “Wie der Vater, so der Sohn”3, denn es dauert Generationen, bis Menschen aus einem sozial schwachen Milieu den Aufstieg in die Mitte der Gesellschaft schaffen wie die OECD in einer Studie feststellte4. Die soziale Permeabilität – praktisch die Durchlässigkeit und Möglichkeit sich allein durch Fleiß zwischen sozialen Schichten zu bewegen – ist de facto für die meisten nicht gegeben. Ist die europäische Version des “American Dreams” also ausgeträumt?

 

Soziale Mobilität ermöglichen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es gerade das fehlende soziale, ökonomische und kulturelle Kapital ist, das sozial Benachteiligten fehlt5. Das Netzwerk der Familie ist eingeschränkt, das Geld reicht für den Klavierunterricht nicht aus und das Studium traut man sich gar nicht erst zu. Der langfristige Wert der Bildung wird nicht erkannt und fehlende Vorbilder und Mentoren, die neue Lebensentwürfe aufzeigen könnten, sind einfach nicht vorhanden3

Obwohl der Verbleib in einem sozial schwachen Milieu statistisch gesehen sehr wahrscheinlich ist und zahlreiche Variablen den Aufstieg erschweren, gibt es immer wieder Einzelfälle, die es doch schaffen. Wir verfolgen bei unserer Arbeit einen akademischen Ansatz und haben uns mit zahlreichen sozialpsychologischen Untersuchungen auseinandergesetzt. Dadurch war es uns möglich zu identifizieren welchen Herausforderungen sich Aufsteigerinnen und Aufsteiger besonders häufig stellen müssen und welche Faktoren soziale Mobilität begünstigen. 

Dies führte uns letztendlich zu unserer Mission.

 


1 Riedel, D. (2018). Sozialer Aufstieg in Deutschland bleibt die Ausnahme. Zugriff am 16.02.2021, Handelsblatt.
2 Breen, R., Luijkx, R., Müller W., Pollak, R. (2009). Nonpersistent Inequality in Educational Attainment: Evidence from Eight European Countries. American Journal of Sociology, 114(5), 1475-1521.
3 El-Mafaalani, A. (2014). Vom Arbeiterkind zum Akademiker. Über die Mühen des Aufstiegs durch Bildung. Konrad-Adenauer-Stiftung.
4 OECD (2018), A Broken Social Elevator? How to Promote Social Mobility. OECD Publishing, Paris.
5 Bourdieu P. (2012) Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. Handbuch Bildungs- und Erziehungssoziologie.